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Unser Chorleiter

Martin L. Carl

Martin L. Carl, geboren 1957, studierte an der Berliner Kirchenmusikschule im Evangelischen Johannesstift Spandau bei Prof. Karl Hochreither (Künstlerisches Orgelspiel), Prof. Martin Behrmann (Chorleitung), Prof. Renate Zimmermann (Liturgisches Orgelspiel) und Prof. Ernst Pepping (Kontrapunkt). 1982 schloss er sein Studium mit dem A-Examen ab. Seitdem ist er als Organist an der Sühne-Christi-Kirche und dem Gemeindezentrum Plötzensee der Ev. Kirchengemeinde Charlottenburg-Nord tätig. Er leitet als A-Kantor seit 1982 die Charlottenburger Kantorei und seit 2007 auch die Kantorei der Ev. Gustav-Adolf-Gemeinde in Berlin-Charlottenburg.
   
Daneben war er von 1982 Dozent für liturgisches und künstlerisches Orgelspiel an der Berliner Kirchenmusikschule bis zu deren Abwicklung im Jahre 1998.

Als Chorleiter legt Martin L. Carl besonderen Wert auf die Stimmbildung. Er führt uns sehr gekonnt in und durch die gehobene A-cappella-Literatur und die oratorischen Werke, wobei die Aufführungspraktiken der jeweiligen Epochen selbstverständlich eine wichtige Rolle spielen.

Seine Stimmbildung ist sehr differenziert. Er gibt dem Chor eine gute Rückmeldung über seine Wünsche - auch mit sprachlichen Bildern, die deutlich machen, was er sich an Klang und Aussprache wünscht. Oft singt er vor, was er sich vorstellt, noch öfter aber, was er sich nicht vorstellt. Das ist nicht nur sehr erheiternd, sondern auch besonders anschaulich. Insgesamt gibt uns seine genaue Vorstellung von der Interpretation eines Stückes eine gute Anleitung für die sängerische Umsetzung mit unterschiedlichen Gesangstechniken.

Besonders nachdrücklich achtet Martin L. Carl auf den richtigen Atem und die exakte Tonhöhe. Diese Genauigkeit fordert uns immer wieder heraus, unsere Fähigkeiten und Techniken zu verbessern - und dies möchte niemand von uns missen.

Die Orgelspielkunst von Martin L. Carl zeichnet sich nicht nur durch unbedingte Werktreue aus, sondern bedient auch das Bedürfnis nach differenzierten und farbigen Klängen. Die wichtigsten Gestaltungspunkte Koloristik und Dynamik erreicht er durch ausgefeiltes Registrieren.

Martin L. Carl

Sein großes Repertoire umfasst die frühen Meister - die Werke des J. S. Bach - romantischer Meister wie Mendelssohn, Liszt, Reubke, Reger - Meister der französischen Schule wie Widor, Franck, Mulet - aber auch die der klassischen Moderne wie David, Pepping und im besonderen Messiaen.

Martin L. Carl ist als Organist nicht nur innerhalb des Kirchenkreises, sondern in ganz Berlin und deutschlandweit tätig. Außerdem wurde er unter anderem zu Konzerten nach Polen, Norwegen und in die Schweiz eingeladen.

Seit seinem Studium ist er auch als Liedbegleiter am Flügel gefragt.

Natürlich hat Martin den Chor in den nunmehr 30 Jahren seiner Tätigkeit zutiefst geprägt.

Seine Anweisungen und Erläuterungen sind oft pädagogisch wertvoll, immer aber ungemein erhellend:
Ihr müsst das brahmsiger singen!
Langsam bitte! Das ist kein sportliches Thema!
Diese Stelle wie Gruppenpsycho hinterm Vorhang singen.
NICHT atmen vorm STERBEN!
Es gibt nur einen Moment, an dem man einatmen kann - und zwar den Richtigen.
Ein Ton besteht aus zwei Teilen, nämlich Anfang, Mitte und Ende.
Piano ist wie forte, nur eben leise....
An dieser Stelle liegen die Frauen unter den Männern.
Männer, hängt euch rein in die Frauen!
Der Sopran atmet am besten gar nicht.
Ist für euch, nicht für mich! Ich kann das schon.


Seine Kritik ist stets sachlich und konstruktiv:
Ihr tut so, als hätte es mich in eurem Leben nie gegeben!
Das war jetzt ganz schön - möglicherweise aus Versehen...
Wenn das "dolce" sein soll, möchte ich nicht eure Herzen kennen.
Was mir rhythmisch hier immer noch nicht gefällt, ist auf jeden Fall der Rhythmus.
Männer, ihr bringt die Weibsen zum Detonieren!!!
Jetzt singt nich wie 'ne Synode!
Keine Rohheiten im Bass!
H's sind schädlich!
Ich sagte: Frauen. Und ich meinte: Frauen im engeren Sinn!
... Und jetzt die Männerstimmen und die Tenöre bitte.
Bässe: kein schleppando! ... Na ja, niemand möchte der Erste sein.


Woher die Totenköpfe in unseren Noten kommen:
In einer Probe zum Mozart-Requiem (Dies irae):
Klingt hübsch !
Soll aber nicht hübsch klingen !!
Ihr müsst das infernalisch singen !!!
Malt euch das irgendwie rein in die Noten !!!!
Martin ... ? Was sollen wir denn da jetzt malen ?
Is mir doch wurscht - Totenköpfe meinetwegen !

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